Über das Internet im Allgemeinen und über die „Social Media“ im Besonderen, wie zum Beispiel Facebook, lernt man heute mit Leichtigkeit Gott und die Welt kennen, allerdings auch ganz und gar unfromme Menschen, die nichts anderes vorhaben, als einen abzuzocken, auch Romance Scam genannt. Besonders auf Dating Portalen, wo sich sowohl Frauen als auch Männer eine Romanze und am besten gleich die ganz große Liebe erhoffen, passiert häufig etwas ganz anderes: Scammer machen sich die Leichtgläubigkeit vieler Singles zunutze und zwar mittels eines ausgefeilten Betrugs: Sie geben vor, sich beim Besuch eines solchen Dating Portals spontan verliebt zu haben. Springt das Opfer an, so folgt der eigentliche Scam und der führt in relativ kurzer Zeit zu Geld.

Die Methode ist fast immer dieselbe

Die Masche funktioniert praktisch immer gleich, wobei es etliche Variationen gibt und immer ist angeblich Liebe im Spiel. Der Scammer schickt Mails, welche meistens schon nach kurzer Zeit Liebesgedichte enthalten. Die Opfer glauben an diese Spiegelfechterei und halten sich selbst für verliebt. Nach einer Weile folgen Telefonate und Bilder werden ausgetauscht. Natürlich verwendet der Scammer hierbei keine echten Fotos. Er spricht zudem meistens sehr gut Englisch und gibt sich als Geschäftsmann, Arzt, Ingenieur oder jedenfalls als sehr erfolgreich aus, wohnhaft in irgendeinem englischsprachigen Land. Das Spiel dauert so lange, bis sich der Betrüger sicher ist, dass sein Opfer sicher am Haken hängt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Täter auch schon fast an seinem Ziel angelangt. Natürlich will er seine neue Liebe bald besuchen kommen und so die vermeintlich perfekte Romanze wahr werden lassen.

Plötzlich kommen Ausflüchte – und Geldforderungen

Dann wendet sich das Blatt: Der Geliebte braucht plötzlich völlig unvorhergesehen Geld, kann dieses jedoch selbst nicht aufbringen: Ein Familienmitglied sei krank und müsse operiert werden, heißt es häufig. Man sei unberechtigterweise verhaftet worden und müsse sich freikaufen. Papiere seien verloren gegangen oder geraubt worden und müssten gegen eine hohe Gebühr neu beschafft werden und so weiter. Im Zweifelsfall hilft schon der simple Hinweis, dass das eigene Geld nicht für das beabsichtigte Flugticket reiche. Das lang ersehnte Treffen könnte somit nicht stattfinden. Tatsächlich ist diese Art Scam so erfolgreich, dass allein im Jahr 2017 Tausende von Menschen, meistens Frauen, bereit waren Geld zu überweisen.

 

Die Spirale dreht sich weiter und weiter

Damit ist das Spiel aber noch nicht vorbei. Der Heiratsschwindler meldet sich erneut und täuscht den Verlust der überwiesenen Summe vor oder er behauptet einfach, der Betrag habe für den vorgesehenen Zweck nicht gereicht. Dieses Spiel spielt er so lange, bis sich sein Opfer weigert, weiter zu zahlen. Wenn es soweit ist, bricht der Schwindler den Kontakt ab und löscht seine Profil-Seiten im Internet. Erstaunlich ist allerdings, wie oft sich manche Menschen mit dieser Masche um den Finger wickeln lassen. Durchschnittlich kassieren die Gauner um die 5.000 Euro von jedem ihrer Opfer ab – manchmal sogar ein ganzes Vermögen. Zudem verfügen die Scammer oftmals über mehrere Profile gleichzeitig. Für den Geldtransfer wurde anfangs fast immer Western Union benutzt. Inzwischen haben die Betrüger, welche bandenmäßig organisiert sind, Konten in vielen verschiedenen Ländern. Wenn das Geld erst einmal gezahlt ist, ist es weg. Im Nachhinein dessen Weg bis zum Empfänger zurückzuverfolgen, ist schwierig bis unmöglich.

 

Betrogene machen sich unter Umständen selbst strafbar

Eine Variante des Romance Scam, auch Love Scam genannt, ist noch perfider als das Geld-Ergaunern: Statt Geld werden Kopien von Ausweispapieren, Geburtsurkunden oder anderen Dokumenten erbeten, die dann für Betrügereien verwendet werden oder es wird darum gebeten, Päckchen zur Weiterleitung für einen Freund oder Bekannten entgegenzunehmen. In beiden Fällen macht man sich unter Umständen strafbar: In solchen Päckchen wird häufig Rauschgift verschickt.

 

Eine Detektei kann für Sicherheit sorgen und Verluste durch Romance Scam vermeiden

Dating via Internet ist heute weit verbreitet und soll auch häufig zum gewünschten Erfolg führen. Aber egal ob über Facebook, Mail oder Dating Portal, ganz ohne Risiko ist es, wie man sieht, nicht. Ratsam wären unter anderem Tipps oder Informationen über das Thema „Romance Scam“ auf der Startseite solcher Singlebörsen. Andernfalls stürzt einen die Suche nach der wahren Liebe oftmals ins Verderben. Wenn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, ist es zu spät. Die Polizei verspricht in diesen Fällen auch wenig Hilfe und eine etwaige Anzeige verläuft oft im Sand. Diese Art des Betrugs kommt nicht nur in Deutschland vor, sondern hat sich bereits in diversen Ländern weit über Europa hinaus etabliert. Dabei gibt es eine einfache Methode, einer solchen Falle zu entgehen. Wer sich auf diese Art verliebt, sollte ein kleines bisschen Vorsicht walten lassen und den potenziellen Partner von Profis überprüfen lassen. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun, sondern mit Sicherheit. Denn eines ist klar: Eine Detektei zu engagieren kostet zwar etwas, aber einem Heiratsschwindler auf den Leim zu gehen, kann sehr viel teurer werden.